Die entscheidende Urkunde für
Illgau ist die am 13. August 1393 erlassene bischöfliche
Errichtungsurkunde für eine Priesterpfrund auf Illgau. Sie ist
lateinisch verfasst auf grossem feierlichem Pergament mit
bischöflichem Siegel, und liegt nun völlig zu Recht seit altem in
Illgau (Gemeindearchiv), 1849 erstmals veröffentlicht im
Geschichtsfreund. (AG1,150)
Mit dieser Urkunde beginnt die
Selbständigkeit der Pfarrei und späteren politischen Gemeinde
Illgau.
1560, 6. Januar
Patrozinium von Illgau
Nachts um 2 Uhr wird in Schwyz die
grosse Glocke geläutet für jene, die nach Illgau an die Feier des
Patroziniums gehen wollen.
Überhaupt wird das Kirchlein der hl. Dreikönige auf Illgau in dieser
Zeit von Privaten und mit Kreuz und Fahnen aus nah und fern häufig
besucht, wie auch die Verehrung der hl. Dreikönige, deren Leiber
seit dem 13. Jahrhundert im prachtvollen Reliquienschrein im Kölner
Dom aufbewahrt werden, beim katholischen Volk weit verbreitet ist.
(Bri,16)
1676, 6. März
Illgau wird eine selbständige Pfarrei
Pfarrer Melchior Büeler nimmt mit
den Kirchgenossen von Illgau an der Kirchgemeinde in Muotathal teil,
um die Angelegenheit wegen der Abkurung zu regeln. Es geht alles gut
vonstatten. Illgau wird als eigenständige Pfarrei anerkannt. Nur
sollen die gegenseitigen alten Rechte und Pflichten, wie sie am 1.
April 1659 im Pfarrhof zu Schwyz festgelegt wurden, bestehen
bleiben.
Im gleichen Jahre noch erscheint
Pfarrer Melchior Büeler auf dem Kapitel, das dieses Jahr in Stans
abgehalten wird, und referiert über den Verlauf der Bereinigungen
zwischen Illgau und Muotathal. Auch der Pfarrer von Muotathal ist
anwesend. Darauf nimmt das Kapitel Pfarrer Büeler als 52 Mitglied
auf, wofür dieser eine Taxe von 1 Gl zu bezahlen hat.
Illgau ist somit von Muotathal
vollständig losgetrennt und als selbständige Pfarrei anerkannt.
Sofort geht der Pfarrer zusammen mit dem Kirchenvogt Lieutenant
Rudolf Rigert zu dem „edlen, fürsichtigen und weisen Herrn Jost
Rudolff Redig, duomallen Landtschreiber", und bittet ihn um eine
milde Gabe für einen Taufstein, den dieser samt dem Taufbuch auf
eigene Kosten anschaffen lässt. (Bri,24)
1747, 31. Dezember
Das Sigristenhaus wird erbaut
Das Sigristenhaus wird erbaut, das
der jeweilige Sigrist als Pfrundhaus bewohnen darf. Auch hat er das
Recht, darin zu wirten. Die Jahrzahl ist rechts und links beim
Gibelfenster eingraviert. (Bri,35)
1798 - 1799
Über die Franzosenzeit wird später in einem separaten
Chronik-Fenster berichtet.
1798, 13. November
Stand der Einwohner und Gebäude
Illgau besitzt 28 Wohnhäuser,
wovon allerdings 6 unbewohnt sind, etwa 60 Ställe und 92 andere
Gebäude. Die Einwohnerzahl ist ungefähr 162. (Bri,46)
1799/1800
Illgau besitzt eine Winterschule
Illgau besitzt nur eine
Winterschule. Diesen Winter wird sie von 8 Kindern besucht. Der
Pfarrer bringt ihnen das Lesen und Schreiben bei, sonst nichts.
(Bri,52)
1848, 27. Februar
Illgau wird eine selbständige politische Gemeinde
Die Bezirksgemeinden nehmen die
neue Kantonsverfassung an. Illgau wird eine selbständige Gemeinde.
(Bri,67)
1870, 1. Januar
Ergebnisse der Volkszählung
Illgau hat laut amtlicher
Volkszählung 36 Wohnhäuser, 44 Haushaltungen und 278 Einwohner.
(Bri,74)
1893
Kirchweihe
Im Herbst weiht Bischof Battaglia
die neue Kirche von Illgau. Sie wurde durch Architekt Steiner im
neuromanischen Stil gebaut. Pfarrer von Hettlingen hat durch
weitgehende Bettelreisen die nötigen Finanzen zusammengetragen. Die
Illgauer leisteten an Fronarbeiten fast Unmenschliches. Alle Sonn-
und Feiertage nachmittags trugen sie Sand und Zement und alles, was
sonst für den Bau benötigt wurde, den sehr beschwerlichen Fluhweg
hinauf. Die Kirche wurde auf den Fundamenten der alten Kirche
errichtet; jedoch mit Vertauschung der Orientierung. Das
Hochaltarbild, welches die Kreuzigungsgruppe darstellt, wurde durch
Kunstmaler L. Niederberger im Jahre 1869 gemalt. (Bri,80,74) Es muss
sich um die dritte Kirche von Illgau handeln. (PFBI,48/6.12.96)
1907
Jetzt kann man auch in Illgau telefonieren
Im Jahre 1907 wird im
Sigristenhaus das Telefon eingerichtet. Der Hauptgegner, Vater Josef
Lagler, habe es dann, so sagt man, am meisten benützt, bis er es in
seinem Haus in der Steinweid selber einrichten liess. (Bri,89)
1911
Strasse Selgis - Illgau ist vollendet
Die neue Strasse ist nun
vollendet! Während zwei vollen Jahren wurde unter der kundigen
Leitung von Franz Cerncic, Brunnen daran gearbeitet. Manche
Schwierigkeiten mussten überwunden werden, bis es soweit war. Wie
freuen sich nun die Illgauer. Vorher haben sie alles durch den
mühsamen, holperigen Fluhweg hinab- und hinauftragen müssen.
(Bri,91)
1947, 22. Dezember
Medizinische Operation auf dem Stubentisch
Morgens in aller Früh wird Dr.
Richard Schindler-Siegwart, Schwyz in einem dringenden Fall nach
Illgau gerufen. Nur unter grossen Schwierigkeiten bahnt er sich mit
dem Auto einen Weg durch die stark zugeschneite Muotathalerstrasse
bis zum Fluhhof. Unter heftigem Schneegestöber und beständiger
Lawinengefahr erreicht er auf Skiern das Dörflein und kann noch
rechtzeitig ärztliche Hilfe leisten. Erst hier vernimmt er, dass in
der Mütschenen ein 13-jähriges Mädchen an akuter Blinddarmentzündung
darniederliege. Ein Transport steht ausser Diskussion, der Fall ist
absolut dringend. Dr. Schindler nimmt mit denkbar primitiven Mitteln
die Operation auf dem Stubentisch vor und rettet das Leben des
Kindes. (Bri,117)