Illgau liegt in den zentralschweizerischen Voralpen, zwischen dem Muotatal und der Ibergeregg. Seine Topografie richtet sich zum grossen Teil in Richtung Süden und Südwesten hin. Illgau trägt deshalb den Beinamen «Sonnenterrasse» zu Recht. Die Fallenfluh, die Sternenegg, der Spyrstock im Hoch-Ybrig-Gebiet und die Hessisbohler First mit dem Hochweidgütsch als Ausläufer bilden im Rund die Gemeindegrenzen. Gegen das Muotatal hin sind die jähen Flühe von der Sulzmatt bis zur Fallenfluh hin teilweise sehr eindrücklich und bemerkenswert.Über diese Bergkanten stürzen sich die Wasser des «Bettbach», dem Illgauer Dorfbach, und des «Mettelbach», welcher vom Hintern Oberberg her zu Tale fliegt und der Muota zufliesst. Vom tiefsten Gemeindepunkt in der Region Dorf bis zum höchsten Gemeindepunkt, das Huusmätteli auf der Hessisbohlerfirst, beträgt der Unterschied fast genau 1000 Höhenmeter.
Das
Gemeindegebiet wird eingeteilt in das Dorf,
dem Vordern Oberberg - gegen die Ibergeregg
hin - der Hintere Oberberg - gegen das Hoch
Ybrig hin - und das unbewohnte Gebiet der Rieter
und Alpen. Nachbargemeinden sind
Muotathal im Süden,
Schwyz im Westen und Norden, sowie
Oberiberg im Nordosten.
Die Bevölkerung ist zu 99% deutschsprachig.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1798 | 162 |
| 1870 | 278 |
| 2002 | 773 |
| 2007 | 788 |
Politik
In der Gemeinde gibt es als einzig organisierte Partei die CVP, die Christlichdemokratische Ortspartei Illgau. Gemeindepräsident ist Markus Bürgler (Stand 2006).
Das
Wappen
Das junge Wappen der Gemeinde Illgau
zeigt eine Lilie auf einem grünen
Dreiberg und auf rotem Hintergrund.
Die Feuerlilie wird im Dialekt
Goldrose, aber auch «Ilge» genannt,
was die Ursache sein dürfte, warum
Illgau zu dieser Blume im Wappen
kam.
Woher der Name Illgau stammt, kann
allerdings nicht nachgewiesen
werden, eher aber nicht von der
schönen Lilie. Ein erster Siedler
oder Landbesitzer auf dem
Gemeindegebiet - alemannischer
Herkunft - dürfte eine Person namens
Yllo (oder so ähnlich) gewesen sein,
weshalb die Gegend als Gau (Gebiet)
des Yllo genannt wurde.
Wirtschaft
Die Gemeinde Illgau ist stark durch
die Landwirtschaft geprägt. Die
Bauernhöfe sind weit verstreut, bis
auf 1300 m werden sie das ganze Jahr
über bewirtschaftet. Die
Landwirtschaftsfläche beträgt 62%,
der Wald 31% der Gemeindefläche.
Es hat sich etwas Gewerbe und
Tourismus etabliert, trotzdem finden
58% der Erwerbstätigen ihre Arbeit
ausserhalb der Gemeinde.
Verkehr
Die Zufahrt erfolgt ab Schwyz
Richtung Muotatal und dann nach 6
Kilometern über die 3,5 km langen
Strasse nach Illgau. Die Ibergeregg
Passstrasse verbindet den Vorderen
Oberberg mit Schwyz und Oberiberg.
Vom Dorf her gibt es
Verbindungsstrassen Richtung
Ibergereggstrasse und Hinter
Oberberg.
Die öffentliche Verbindung erfolgt
durch die Buslinie Schwyz–Muotathal
über die Seilbahn Illgau–Ried. Eine
Gondelbahn führt von Illgau Dorf
nach St. Karl/Oberberg.
Geschichte
11. Jahrhundert – in der Gegend des
«Vorder Oberberges» - im Chileguet,
in der Wart und im Zimmerstalden -
leben ganzjährig Leute. Mauerreste
von den sogenannten Heidenhüttli
belegen diese Besiedelung.
1303 – erhalten die Illgauer vom Bischof von Konstanz die Erlaubnis eine Kirche zu bauen.
1393 – am 13. August wird gemäss einer Urkunde in Illgau eine Priesterpfrund errichtet.
1611 – sterben im Kirchgang Illgâu 14 Einwohner an der Pest (Aufzeichnung Pfr. von Euw, Muotathal)
1676 – am 6. März wird die Pfarrei Illgau von Muotathal getrennt
Ende 18. Jahrhundert – in den Jahren 1798–1799 geht die Franzosenzeit unter anderem mit der Einquartierung von 4000 Soldaten nicht spurlos an Illgau vorbei
1848 – am 27. Februar wird Illgau eine selbständige politische Gemeinde
1893 – 14. Oktober, Weihe der Pfarrkirche durch den Churer Bischof Battaglia. Kirchenpatrone sind die Hl. Drei Könige. Die Kirche wurde nach Plänen von Pater Albert Kuhn, Kloster Einsiedeln (Quelle: Steinmetzvertrag 7. Mai 1893 Pfarreiarchiv Illgau), mit Einbezug der Grundmauern der Vorgängerkirche im neuromanischen Stil gebaut. Von der Ortsbevölkerung wurde viel Fronarbeit geleistet.
1911 – Bau der Strasse Grünenwald–Illgau. Dabei handelt es sich um eine schmale Güterstrasse, die in den Wi-ntermonaten wegen Lawinengefahr geschlossen ist. Der Fluhweg - der uralte Fussweg ins Muotatal hinab wird heute noch gerne als Wanderweg benutzt.
1938 – Bau des Stromnetztes und Versorgung der meisten Heimwesen mit elektrischer Kraft
1951 – Bau der Luftseilbahn von Ried-Muotathal nach Illgau
1955 – Bau der Seilbahn Illgau–Vorder Oberberg/St. Karl
1958 – Bau einer neuen Pfarrkirche
1965 – Bau eines neuen Schulhauses
1973 – Ausbau der Strasse vom «Grünenwald» nach Illgau mit dem Kernstück des neuen Strassentunnels und der Lawinengalerie
Die 1970er Jahre bedeuten für die Entwicklung der Gemeinde einen Quantensprung. In dieser Zeit werden die Erschliessungstrassen der Heimwesen zum Hintern Oberberg und die Strasse Richtung Vorder Oberberg erbaut. Illgau erhält ein Baureglement, eine Wasserversorgung und die Kanalisation.
Kunst und Kultur
Die Illgauer Volksmusik in seiner
Originalität ist im ganzen Land
bekannt. Der «Illgauer Stil» ist in
Kreisen der Volksmusikliebhaber ein
Markenzeichen. Die ruhig-gezogene
und melodiös-einfache Art dieser
gefälligen Musik ist sowohl für
gesellige Anlässe auf dem Tanzboden
als auch für besinnliche Momente bei
Gottesdiensten einsetzbar. Eine
gewisse Tendenz zu Schwermütigkeit
ist darin nicht selten überhörbar,
was dem Charakter der Bevölkerung
nahe kommt. Diese Musik wird in der
Regel in Dreierformation mit zwei
Handorgeln und einem Streichbass
gespielt. Diese Besetzung kann aber
auch mit Klarinette /Saxophon oder
mit Klavierbegleitung ergänzt
werden. Gegen zehn Musikkapellen
spielen Ländlermusik. Seit 1898 gibt
es die Feldmusik Illgau. Die
Zitherspielgruppe, eine Gruppe von
Frauen, macht alte Tänze auf ihren
Schwyzer Zithern. Auch Musik in
moderner Form wird von einigen Bands
mit Erfolg gepflegt.
Nebst der instrumentalen gehört aber auch die vokale Musik zur Dorfkultur. Daran am längsten beteiligt ist der Kirchenchor, der wahrscheinlich über hundert Jahre alt sein dürfte. Die formelle Gründung des Cäcilienvereins erfolgte 1946. Der Jodlerklub und einige Familiengruppen, welche das Jodellied und alte Volkslieder in ihrem Repertoire haben, runden das musikalische Illgau auf. In der Mehrzahl der Haushaltungen ist ein Instrument zu Hause. Illgau gilt als eine der musikalischsten Ortschaften der Schweiz.