29.05.2018 - „Im Sigristenhaus wird erst gebaut, wenn Finanzierung gesichert ist“

Am 29. Mai informierte die Sigristenhaus AG über den Planungsstand des Sigristenhaus-Neubaus. Grösste Knacknuss wird die Finanzierung sein.

Ziel des Verwaltungsrates ist es, dieses Jahr die Finanzierung sicher zu stellen, sowie die Baubewilligung für den Um- und Neubau zu erhalten. Ab 2019 soll gebaut werden. Bild: Guido Bürgler

Illgau. - Am lezten Dienstagabend herrschte prächtiges Vorsommerwetter. Trotzdem besuchten 120 Personen die Informationsveranstaltung der Sigristenhaus AG in der Mehrzweckhalle Ilge. Ein klares Zeichen, dass den Illgauerinnen und Illgauern der geplante Um- und Neubau des „Sigristenhauses“ – des Dorfzentrums – enorm wichtig ist. Nicht nur der neue Gemeindepräsident Iwan Bürgler, sondern auch der Verwaltungsratspräsident der Sigristenhaus AG, Othmar Reichmuth, freute sich über den Grossaufmarsch. Reichmuth sagte, es sei der AG wichtig, transparent und offen zu informieren. Er stellte gleich zu Beginn klar, dass die Finanzierung des Gesamtprojektes eine sehr grosse Herausforderung sei. „Gebaut wird erst, wenn die Grundfinanzierung gesichert ist“, betonte er. Finanzchef Heiner Suter präsentierte die Zahlen im Detail, zuerst jene der Vergangenheit: 2014 (Verlust von 21‘000 Franken), 2015 (Gewinn von 1‘400 Franken), 2016 (Verlust von 47‘000 Franken) und 2017 (Gewinn von 1‘900 Franken). Das Eigenkapital belief sich Ende 2017 auf 774‘000 Franken. „Mit dem Neubau des Post- und Dörflihauses und dem Umbau des Sigristenhauses schaffen wir für die Wirtsleute ein gutes ‚Arbeitsinstrument‘, um den Umsatz markant steigern zu können“, sagte Othmar Reichmuth. Man denke zum Beispiel an die Logde und den unterteilbaren Saal, wo gesamthaft 130 Gäste Platz finden. Da lasse sich einiges machen.

„Wir brauchen euch als Gäste und als Aktionäre“
Heiner Suter präsentierte den Kostenvoranschlag für den Neubau. Dieser beläuft sich auf total 6.04 Mio Franken, wovon 948‘000 Franken der Kauf der Gebäude Sigristenhaus, Posthaus und Dörflihaus sowie der Projektwettbewerb verursacht haben. Die Finanzierung ist wie folgt geplant: Aktienkapital (2 Mio. Franken), Darlehen von Banken (2 Mio. Franken), sowie Spenden, Beiträge à fonds perdu (2.048 Mio. Franken). In der Fragerunde meldeten sich mehrere Anwesende zu Wort. Die Reaktionen lauteten von „das ist niemals bezahlbar“, über „können die Wirtsleute den Zins bezahlen?“ bis zu motivierenden Worten für den Verwaltungsrat, so zum Beispiel von der ehemaligen Sigristenhaus-Wirtin Monika Heinzer-Büeler. Der Verwaltungsrat ist sich bewusst, dass noch viele Fragen offen sind. „Wir brauchen euch als Gäste und Aktionäre“, meinte Othmar Reichmuth. Und er gab bekannt, dass Private bisher zugesichert hätten, im Umfang von 125‘000 Franken Aktien zu zeichnen. Zum Abschluss dankte er allen fürs kritische Mitdenken und die positive Unterstützung.

Die Sigristenhaus AG
Am 3. September 2014 wurde die Sigristenhaus AG gegründet. Zuvor befand sich das Restaurant Sigristenhaus vollständig im Besitz der Gemeinde Illgau. Eine Renovation drängte sich auf. Daher die Auslagerung in eine AG. Die wichtigsten Bestandteile des Gründungsauftrages sind: Mehrheitsbeteiligung der Gemeinde (mind. 51 %), maximales Aktienkapital von Fr. 2 Mio. (mit Gemeinde-Anteil von maximal Fr. 1.02 Mio.), die Gemeinde kann weiteres Kapital zur Verfügung stellen. Mindestens die Hälfte der Verwaltungsräte ist vom Gemeinderat delegiert. Fazit: die Sigristenhaus AG ist eine selbstständige Betriebsgesellschaft. Der Durchgriff der Gemeinde ist mit der Aktienmehrheit und der Verwaltungsrats-Zusammensetzung  gewährt.

Guido Bürgler

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