19.10.2019 - Alpzyt“ als roter Faden am Jodlerabig in Illgau

Mit schön gesungenen Jodelliedern und Naturjüüzli, mit urchiger Musik und lustigen Einlagen erfreute der Jodlerklub Illgau am 19. und 20. Oktober gut 600 Jodlerfreunde. Die dritte und letzte Aufführung ist am Samstag, 26. Oktober.

Der Jodlerklub Illgau erfreute vor prächtiger Kulisse ein grosses Publikum. Die letzte Jodlerabig-Aufführung folgt am nächsten Samstag, 26. Oktober. Bild: Guido Bürgler

Zwei etwas arbeitsscheue aber humorvolle Alpknechte (Walter Rickenbacher und Markus Betschart) führten mit viel Witz und Schalk durchs vielfältig gestaltete Jodlerabig-Programm auf der prächtig geschmückten Ilge-Bühne in Illgau. Am Samstagabend und Sonntagnachmittag waren jeweils gut 300 Jodlerfreunde vor Ort. Gemäss dem Motto „Alpzyt“ präsentierten sich die Jodlerinnen und Jodler im ersten Programmteil in der Werktagskleidung. Es gab zum Beispiel eine schöne Gesangseinlage einer Wildiheuer-Gruppe. Der Jodlerklub begeisterte das Publikum mit traditionellen Naturjüüzli und schön gesungenen Jodelliedern, so zum Beispiel mit „Das git mir Muet“ (Ursula Ming-Reber) oder – sehr eindrücklich - mit dem „Schwyzer-Alpsäge“, arrangiert von Dirigent Paul Bürgler. Viel Applaus ernteten auch Lieder und Jüüzli, die von zwei klubeigenen Chörli sowie der Jodlerfamilie Betschart (Oberhasen) vorgetragen wurden. Eine schöne Bereicherung waren auch mehrere rein instrumentale Einlagen, gespielt mit Handorgeln, Schwyzerorgeln, Bass, zwei Miniörgeli, Muulörgeli (Amazing Grace) und einer „Strähl“-Musig*. Im Laufe des Abends forderte das Publikum mehrmals eine Zugabe, und es konnte zwischendurch immer wieder herzhaft lachen. So zum Beispiel, als zwei Bauern in einen handfesten Grenzstreit gerieten oder als der originelle „Schinner-Peter“ aus Muotathal aufkreuzte und mit seiner markanten Sprache das Publikum begeisterte.

 

Josy Bürgler tritt nach 42 Jahren zurück

Zum Abschluss des Jodlerabigs bedankte sich Jodlerpräsident Guido Ulrich recht herzlich bei Vorjodlerin Josy Bürgler, Sonnheim, die per Ende Jahr den Jodlerklub nach 42 Jahren verlassen wird (auf dem Bild die Jodlerin in der Mitte). Fürs leibliche Wohl der Gäste sorgte die örtliche Feuerwehr, und das Ländlertrio Bürgler-Laimbacher spielte zum Tanz auf. Viele Gäste durften einen schönen Preis aus der reichhaltigen Tombola heimnehmen. Die dritte und letzte Jodlerabig-Aufführung findet am nächsten Samstag, 26. Oktober, statt. Bodenständige Unterhaltung ist garantiert. Zum Tanz werden Rolf, René, Erich und Stefan Bürgler aufspielen.

* Wie funktionierte eigentlich die sogenannte Strähl-Musig? Bei dieser originellen Einlage wurde aufgezeigt, mit welch einfachen Mitteln früher musiziert wurde, denn für richtige Instrumente fehlte vielerorts das Geld. Die „Strähl-Musig“ bestand aus den Jodlern Walter Rickenbacher, Markus Betschart und Paul Bürgler. Sie hatten alle ein Stück Alufolie gefaltet und einen Kamm hineingelegt. Nun wurden die „Membranen“ zwischen Kamm und Folie mit „Puste“ zum Schwingen gebracht. Kostenpunkt der gesamten "Strähl“-Instrumentierung: Zirka zehn Franken. Für die Begleitung an der Handorgel sorgte Christian Rickenbacher. Das Gaudi war perfekt.

Guido Bürgler

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