11.08.2016 - Konrad Bürgler machte 2015 täglich ein Foto in Illgau

Konrad Bürgler – bekannt als Chronist von Illgau – machte während eines Jahres jeden Tag eine Foto auf Illgauer Boden. Es entstand ein sehr vielseitiges Fotobuch und ein wertvolles Zeitdokument.

Fotobuch ist ein wertvolles Zeitdokument Konrad Bürgler hat das pulsierende Leben in Illgau und die sich wandelnden Naturlandschaften während 365 Tagen fotografisch festgehalten. Bild Guido Bürgler

Konrad Bürgler – im Volksmund „Feldli-Koni“ genannt – ist ein sehr vielseitig interessierter Zeitgenosse. Der vierfache Familienvater und „Grossdädi“ ist gelernter Drogist, liess sich später umschulen und arbeitete danach 34 Jahre bei der Schwyzer Kantonalbank. Er dirigierte viele Jahre den Jodlerklub Illgau und ist noch heute Dirigent des örtlichen Kirchenchors. Nebst dem Gesang ist das Führen der Illgauer Chronik sein grosses Hobby. Er hatte sich nämlich schon immer für die Geschichte des Dorfes, für dessen Weiterentwicklung und die Menschen, die in der Berggemeinde leben, interessiert. Bereits 1993 publizierte er sein erstes Büchlein mit dem Titel „600 Jahre Illgau – 1393 bis 1993“. Im Jahr 2008 veröffentlichte der ehemalige Gemeindepräsident die sehr interessante und reich bebilderte „Illgauer Chronik – Geschichte eines Bergdorfes, 1303 bis 2008“.

Vom „Blasiussegen“ bis zur einzigen Parkuhr

Der rüstige 70-jährige Rentner unternimmt praktisch jeden Tag einen Spaziergang durchs Bergdorf, den Vorder- oder Hinteroberberg. Dabei entdeckt er immer wieder Überraschendes - oft aber auch ganz Alltägliches, das vielleicht in einigen Jahren oder Jahrzehnten nicht mehr so alltäglich sein wird. So hatte Konrad Bürgler im Herbst 2014 die Idee, während eines Jahres jeden Tag eine Foto auf Illgauer Boden zu machen. Gesagt – getan! Im Jahre 2015 war er praktisch jeden Tag – und bei jedem Wetter – mit seiner Kamera unterwegs und fotografierte etwas Aktuelles aus dem Dorfleben, in wenigen Ausnahmen machte jemand anders aus der Familie die Tagesfoto. Kürzlich fertigte Konrad Bürgler ein Fotobuch an, von dem er jedoch nur ein paar wenige Exemplare drucken liess. Das Buch trägt den Titel „Aus Illgauer Sicht – das Jahr 2015“. Etwa 390 Fotos zeugen von dem vielfältigen gesellschaftlichen und kirchlichen Leben in der rund 800 Einwohner zählenden Gemeinde. Herrliche Panoramabilder zeigen die Landschaft im Kleid der vier Jahreszeiten, aber auch die allerletzte Aktion von „verbilligten Äpfeln und Kartoffeln“ in der Gemeinde ist genauso festgehalten wie zum Beispiel die Erteilung des Blasiussegens, der tief verschneite Friedhof oder die einzige Parkuhr in der Gemeinde (im Tauisberg).

Ab und zu fanden im Bergdorf auch zwei Anlässe am gleichen Tag statt, welche Bürgler beide dokumentierte. Damit erklärt sich die Zahl von 390 statt 365 Fotos, die das sehr interessante, abwechslungsreiche Zeitdokument enthält.

Wer das Fotobuch ebenfalls mal gerne ansehen möchte, kann dies im Dorf-Restaurant Sigristenhaus tun, wo ein Exemplar aufliegt.

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